Kommunen-Newsletter der Energieagentur Schwarzwald-Hochrhein

Ausgabe 1 / MaI 2016 Eine Übersicht über die Themen und Kurzbeschreibungen des Newsletters finden Sie unten. Wir freuen uns, wenn Sie den ausführlichen Newsletter abonnieren.

Meldungen

  • Kurzbericht des Umweltministerium: 15 Millionen Tonnen weniger CO2-Ausstoß in Baden-Württemberg als 1990

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat den „Monitoring-Kurzbericht 2015“ zum Klimaschutz veröffentlicht. Seit dem Jahr 1990 ist der jährliche Treibhausgasausstoß im Land demnach um rund 15 Millionen Tonnen zurückgegangen. Um das Klimaschutzziel von minus 25 Prozent bis 2020 zu erreichen, müssen weitere 7,3 Millionen Tonnen eingespart werden. Mehr

Mit dem jährlichen Bericht überprüft die Landesregierung, ob die eingeleiteten Maßnahmen zum Klimaschutz greifen und ob es gelingt, die Treibhausgasemissionen spürbar zu reduzieren. Der jetzt vorgelegte Bericht umfasst die Entwicklungen bis Ende 2014. Die Reduzierung um 15 Millionen Tonnen entspricht einem Rückgang um etwa 17 Prozent. Umweltminister Franz Untersteller: „Gut zwei Drittel der bis 2020 angestrebten Treibhausgasminderung haben wir geschafft. Das letzte Drittel erfordert noch einige Anstrengungen.“

Ursächlich für den deutlichen Rückgang um geschätzte 5,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (CO2Äq ) im Vergleich zum Vorjahr waren die milde Witterung im Jahr 2014 sowie weniger Stromproduktion aus Steinkohle. Mit den CO2-Äquivalenten abgedeckt sind alle Treibhausgase, wobei Kohlenstoffdioxid rund 99 Prozent des Treibhausgasausstoßes ausmacht. Die allein durch die Strom- und Wärmeproduktion sowie im Verkehr verursachten Treibhausgasemissionen sind 2014 folgerichtig ebenfalls deutlich zurückgegangen und zwar um 5,6 Millionen Tonnen CO2ÄQ auf jetzt 64,9 Millionen Tonnen. Temperaturbereinigt, das heißt die Effekte der milden Witterung heraus gerechnet, sinkt der Wert jedoch nur auf 67,2 Millionen Tonnen und liegt damit oberhalb der Zielmarke für 2014.

„Ein Schlüssel zur Treibhausgasreduktion ist, weniger Energie zu verbrauchen und CO2-freie oder CO2-arme Energieträger zu nutzen“, erklärte Umweltminister Franz Untersteller. Instrumente, die dazu beitragen, müssen wir noch stärker nutzen als bisher. Dazu gehört der Ausbau der erneuerbaren Energien, dazu gehören moderne Mobilitätskonzepte und regenerative Kraftstoffe, dazu gehört aber auch eine Nachbesserung beim europäischen Emissionshandel. Solange es so billig ist CO2 zu Zweiter
emittieren, solange wird es zu wenig Investitionen in den Klimaschutz geben.“


Zweiter Monitoring-Kurzbericht 2015 [04/16; 1,47 MB]

  • Förderprogramme und Wettbewerbe

Förderprogramme für betrieblichen Umweltschutz - Kommunen und Unternehmen agieren Hand in Hand
ECOfit und Umweltmanagement im Konvoi: Zuschüsse für Maßnahmenprogramm und Zertifizierung

Für Unternehmen steht der betriebliche Umweltschutz oftmals nicht an erster Stelle. Ein Grund mehr, diese Einsparquelle stärker zu bewerben. Zwei neue Förderprogramme geben Kommunen nun die Chance, sich ihre Vorbildfunktion sowohl als Projektträger als auch als Teilnehmer zunutze zu machen. Mehr

Gemeinsam ist beiden Programmen, dass der Zuschuss als Gruppenförderung erfolgt. Fünf bis zehn Teilnehmer schließen sich dafür zu einem Konvoi zusammen. Diesen betreut und koordiniert ein Projektträger. Für den Lernprozess besonders empfehlenswert ist eine Durchmischung der Teilnehmenden hinsichtlich der Anzahl der Beschäftigten, der Branchen und der Rechtsform.

ECOfit: Umweltmanagement für Einsteiger

ECOfit richtet sich an Betriebe und Organisationen, die sich erstmals strukturiert mit dem Thema Umweltmanagement beschäftigen wollen. In Workshops mit Vor-Ort-Terminen ermitteln sie mit professioneller Unterstützung Potenziale, wie sich Kosten senken lassen. Beleuchtet werden Themen wie Energieeinsparung, Abfallmanagement, Wassereinsatz, Luftreinhaltung und weitere technische Aspekte. Besondere Beachtung finden dabei die relevanten Rechtsvorschriften. Das Ergebnis ist ein Maßnahmenkatalog, den eine unabhängige Prüfkommission bewertet. Zum Schluss erhält der Teilnehmer eine Urkunde und kann mit dem Logo des Projekts werben.

Umweltmanagement im Konvoi: gemeinsam zur Zertifizierung

Dieses Förderprogramm soll die Teilnehmer in die Lage versetzen, die Umweltleistung ihrer Organisation zu überwachen und kontinuierlich zu verbessern. Berater helfen ihnen dabei. Ziel ist die Einführung eines qualifizierten Umweltmanagementsystems: entweder die Zertifizierung nach DIN EN ISO 14001 oder eine Validierung nach dem Öko-Audit-System EMAS (Eco-Management und Audit Scheme). Kirchliche Einrichtungen können sich nach dem kirchlichen Umweltmanagementsystem Grüner Gockel validieren lassen. Teilnehmende Unternehmen müssen die EU-Kriterien für KMU (kleine und mittlere Unternehmen) erfüllen.

Vielfacher Gewinn für die Kommune

In beiden Förderprogrammen können Städte, Gemeinden, Landkreise und Verwaltungsverbände ihre Vorbildfunktion im lokalen Umwelt- und Klimaschutz zu ihrem Vorteil nutzen. Das gilt sowohl in ihrer Funktion als Projektträger als auch als teilnehmende Organisation:

Als Projektträger …
• spielen Kommunen bei Energie-, Umwelt- und Klimaschutzthemen eine wichtige und initiative Rolle, um Bewusstsein zu schaffen und auf Fördermöglichkeiten hinzuweisen.
• fungieren sie als Organisator eines Projektkonvois. Dieser stellt eine effiziente Form der Wirtschaftsförderung dar. Energieeffiziente, saubere und umweltmäßig gut organisierte Unternehmen sind wettbewerbsfähiger und ein positiver Standortfaktor. Kommunen agieren dabei als Netzwerker und Vermittler und können ihre Kontakte zu Verbänden und Einzelunternehmen nutzen oder verbessern.
• können sie Anknüpfungspunkte und Handlungsmöglichkeiten nutzen, die durch die Programme entstehen. Der Sektor Industrie und Gewerbe wird für Kommunen dadurch besser erreichbar und aufgeschlossener gegenüber den Zielen und Maßnahmen von kommunalen Klimaschutzkonzepten oder nachhaltigen Prozessen wie dem European Energy Award (eea).

Als Teilnehmer …
• können Kommunen in ihren eigenen Liegenschaften Energieeinsparungen bewirken und Ressourcen schonen.
• können sie beispielsweise in Schulen mit Einsparbeteiligungsprojekten (Fifty-fifty) auf die Ergebnisse der beiden Förderprogramme aufbauen.
• haben kommunale Unternehmen, die dem Energiedienstleistungsgesetz unterliegen, die Energieauditpflicht mit einer gültigen EMAS-Validierung erfüllt.

Förderrahmen

Das Programm ECOfit fördert die bis zu acht Workshops im Konvoi mit bis zu 1.000 Euro je Workshop. Für die Durchführung eines Projekts erhält der Projektträger 80 Prozent der nachgewiesenen Kosten, maximal 5.000 Euro. Bis zu 400 Euro pro Teilnehmer gibt es für die abschließenden Ortsbegehungen. Im Förderprogramm Umweltmanagement im Konvoi werden Validierungen nach EMAS mit bis zu 5.000 Euro bezuschusst, die Validierung eines kirchlichen Umweltmanagementsystems (Grüner Gockel) mit maximal 4.000 Euro. Für die erfolgreiche Zertifizierung nach DIN EN ISO 14001 sind bis zu 3.000 Euro vorgesehen.
Antragsformulare und weitere Informationen: ECOfit, Umweltmanagement im Konvoi


BAFA unterstützt Energieberatung durch Netzwerkteams - Hohes Fördergeld für energieeffizientes Netzwerken
Bis zu 20.000 Euro pro Teilnehmer / Gebündeltes Expertenwissen

Kommunen, die ein Energienetzwerk gründen, können dafür seit 1. Januar 2016 Bundesfördermittel beantragen. Voraussetzung ist die Unterstützung durch ein Netzwerkteam mit einem Energieberater. Mehr

Das Förderprogramm „Energieberatung und Energieeffizienz-Netzwerke für Kommunen und gemeinnützige Organisationen“ ist Bestandteil des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE). Aufgeteilt ist es in drei Module. Modul Nummer zwei fördert die Gründung eines kommunalen Energieeffizienz-Netzwerkes, das professionell betreut wird und über mehrere Jahre zusammenarbeitet. Der Plan: Maßnahmen suchen und festlegen, die den Energieverbrauch dauerhaft senken sowie Einsparziele setzen. Um den Prozess zu professionalisieren, steht den Städten und Gemeinden ein externes Team aus Netzwerk- und Energieexperten zur Seite.

Den Förderantrag stellen kann eine natürliche und juristische Person, die als Netzwerkmanager für das Beratungsteam verantwortlich zeichnet. Sie muss zuverlässig und fachlich kompetent sein sowie über wirtschaftliche und zeitliche Ressourcen verfügen. Die Anträge nimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) entgegen.

Die Zuwendung teilt sich in drei Abschnitte auf und erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss an den Antragsteller. In der Gewinnungsphase lassen sich so bis zu 100 Prozent oder maximal 3.000 Euro der Sachausgaben finanzieren, die dazu beitragen, Netzwerkteilnehmer zu finden. Im ersten Förderjahr bekommt jeder Netzwerkteilnehmer dann maximal 20.000 Euro oder 70 Prozent der förderfähigen Ausgaben als Zuschuss. In jedem weiteren Jahr können im besten Fall nochmals je 10.000 Euro oder 50 Prozent der Ausgaben hinzukommen. Nehmen alle Kommunen eines Landkreises teil, liegt die Höchstgrenze der Gesamtförderung bei 360.000 Euro.
Weitere Informationen

Neun Millionen für energieeffiziente Wärmenetze
Zuschuss für Ausbau Erneuerbarer, Kraft-Wärme-Kopplung und Abwärmenutzung

Der Ausbau von Wärmenetzen könnte den Anteil erneuerbarer Wärme maßgeblich erhöhen. Voranbringen soll dies ein neues Förderprogramm der Landesregierung. Es stellt knapp neun Millionen Euro für die Errichtung und den Ausbau von Wärmenetzen, die Erstellung von Wärmeplänen und für entsprechende Beratungen zur Verfügung. Mehr

Mit rund 50 Prozent hat der Wärmemarkt den größten Anteil am Endenergieverbrauch. Das Sparpotenzial ist somit riesig. Neben der Reduzierung des Wärmebedarfes von Gebäuden kommt auch dem Ausbau des Anteils erneuerbarer Energien eine maßgebliche Rolle zu. Um diesen voranzubringen und die hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung sowie die Abwärme besser zu nutzen, fördert die Landesregierung nun den Ausbau energieeffizienter Wärmenetze. Die Förderung kann mit Zuschüssen aus Programmen der Kommunalrichtlinie der Bundesregierung gekoppelt werden.

Das Programm umfasst drei Förderbausteine:

1. Kommunale Wärmepläne
Hier werden in der Kommunalrichtlinie des Bundes ausgelobte Klimaschutzteilkonzepte mit Schwerpunkt auf integrierter Wärmenutzung und gegebenenfalls zusätzlich auf erneuerbaren Energien gefördert. Durch die zur Bundesförderung addierte Förderung des Landes kann insgesamt ein Zuschuss von bis zu 70 Prozent der förderfähigen Kosten erreicht werden.

2. Beratungsinitiativen
Gefördert wird der Aufbau von Beratungs- und Netzwerkinitiativen in den zwölf Regionen des Landes. Die Anlaufstellen sollen sowohl fachlich-konzeptionell als auch öffentlichkeitswirksam arbeiten. Bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten werden für eine Laufzeit von drei Jahren mit bis zu 30.000 Euro pro Jahr bezuschusst.

3. Investitionen in Wärmenetze
Antragsberechtigt sind Investoren, die energieeffiziente Wärmenetze errichten oder erweitern. Angesprochen sind hier – neben anderen – sowohl Kommunen als auch Unternehmen. Der Zuschuss der Landesregierung liegt bei maximal 200.000 Euro, Durch die Inanspruchnahme von Boni, beispielsweise für den Einsatz von Solarthermie, kann der Betrag auf bis zu 400.000 Euro steigen.Das Programm kann zudem mit anderen öffentlichen Fördermitteln kumuliert werden.
Weitere Informationen

  • Infomaterial und Links


Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi): Förderdatenbank
Mit der Förderdatenbank des Bundes im Internet gibt die Bundesregierung einen umfassenden und aktuellen Überblick über die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union. Das Fördergeschehen wird unabhängig von der Förderebene oder dem Fördergeber nach einheitlichen Kriterien und in einer konsistenten Darstellung zusammengefasst. Dabei werden auch die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Programmen aufgezeigt, die für eine effiziente Nutzung der staatlichen Förderung von Bedeutung sind.
zur Homepage

Umweltministerium Baden-Württemberg:

„So kommt der Wind in die Steckdose“ (Plakat DIN A1)
Die Energiewende ist ein Generationen übergreifendes Projekt. Ausstieg aus den fossilen Energien, Atomausstieg, Ausbau der erneuerbaren Energien und neues Bewusstsein in der Verwendung von Energie sind die zentralen Themen der Energiewende. Speziell für Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Klasse hat das Umweltministerium ein großes Energiewende-Plakat entwickelt, das auf einen Blick alle wichtigen erneuerbaren Energieformen anschaulich darstellt und erklärt. Im großzügigen DIN A1-Format eignet sich das Plakat als Aushang im Klassenzimmer, im Unterricht an der Tafel oder auch als Material für jede einzelne Schülerin und jeden einzelnen Schüler.
zur Homepage

Wanderausstellungen
Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft verleiht kostenlos Wanderausstellungen für regionale Aktionen von Kommunen, Agenden, Energieberatungszentren oder Unternehmen. Die Ausstellungen thematisieren verschiedene Aspekte der Bereiche Umwelt, Klima und Energie.
zur Homepage






 
 
 
Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Zur Datenschutzinformation